Samstag, 19. Dezember 2015

Veganer Proteintest 2.0

Seit meinem letzten Proteintest ist schon einige Zeit vergangen. Es kamen seitdem immer mehr Produkte auf den Markt und meine Hoffnung stieg, dass sich geschmacklich und qualitativ noch einiges tut in der veganen Fitnessszene.

Daher wünsche ich euch nun viel Spaß mit der zweiten Runde des Proteinpulvertests:


Kleine Vorauswahl

Nutri + Shape & Shake Vegan
Da ich in diesem Test viele grundverschiedene Pülverchen testen werde, fange ich mit dem Pulver, das den höchsten Proteingehalt aufweist, an: Es handelt sich um das nutri+ Shape & Shake Vegan Protein in der Sorte Haselnuss. Es handelt sich um eine Mischung aus Soja-, Weizen- und Erbsenprotein und ist somit für Soja- und Weizenallergiker ungeeignet. Allerdings gibt es von nutri + nun auch ein glutenfreies Protein ohne Weizen. Der Proteingehalt ist mit 83% für eine aromatisierte Sorte extrem hoch. Gesüßt wird es durch Cyclamat, Saccharin und Sucralose. Darüber bin ich persönlich sehr froh, denn sowohl auf Aspartam als auch auf Stevia verzichte ich gern. Stevia ist zwar als pflanzliches Süßungsmittel immer zu bevorzugen, doch benutze ich es lieber sparsam, da der bittere Geschmack mich schnell stört. Und damit sind wir auch schon beim wichtigsten Punkt meines Tests: Der Geschmack. Und der ist bei diesem Produkt einfach grandios. Wer schonmal einen Whey-Shake getrunken hat und dann auf veganes Protein umsteigen möchte weiß, wovon ich spreche, wenn ich behaupte, dass es eine Qual ist. Auch, wenn ich nur dreimal in meinem Leben einen Whey-Shake getrunken habe, war ich doch über die sandige Konsistenz der veganen Pülverchen immer wieder erschrocken. Ganz anders hier. Das nurti + Protein löst sich wunderbar auf, ist cremig, süß und einfach nur super lecker. In der Sorte "Haselnuss" schmeckt es wie damals der Monte Pudding von Zott. Auch im Frühstücksbrei macht es sich super. Highlight ist wohl, dass es wirklich eine riesen Auswahl an Geschmacksrichtungen gibt, z.B. Cappuccino oder weiße Schokolade. Um nicht allzu viel Weizen und Soja zu mir zu nehmen, mische ich das Protein gern mit einem anderen geschmacksneutralem Protein.




Grünes Hanfprotein
Kommen wir nun zum Vegan Blend von MyProtein. Diesmal in der Sorte "Cremige Schokolade". Es hat einen Proteingehalt von 72% und enthält außerdem aufgrund des Kakaopulvers 5,7% Fett. Nach meiner extremen Pleite mit dem "geschmacksneutralen" Vegan Blend, habe ich mir nicht viel erhofft und hatte eher geringe Erwartungen. Doch diese konnten glücklicherweise erfüllt und sogar leicht übertroffen werden. Die schokoladige Sorte ist feiner und löst sich besser. Sie riecht nicht nach Zement und ich kann es in Wasser und Pflanzenmilch, ohne mir die Nase zuhalten zu müssen, trinken. Na, das ist doch mal was. Mit "cremig" hat die Konsistenz leider nicht viel am Hut. Außerdem ist das Schokoaroma  leicht künstlich und die Süßung sehr stark. In veganen Bodybuildingkreisen (Quelle: Facebook) wird das Protein dennoch wegen seiner hohen biologischen Wertigkeit hoch gelobt und gern genommen. Da es sich um ein "Blend", also eine Mischung aus verschiedenen Proteinen (Erbse, brauner Reis und Hanf) handelt, werden alle Aminosäuren super abgedeckt. Wer biologische Wertigkeit vor den Geschmack stellt und außerdem ein bezahlbares Produkt (z.Zt. 12€/kg) sucht, ist mit dem Vegan Blend "Cremige Schokolade" also gut beraten.



Joghurt mit Hanfprotein
Wer es etwas natürlicher mag, sollte ein gutes Hanfprotein in Betracht ziehen. Zum Beispiel von der Veganz Eigenmarke. Es hat Rohkostqualität (wurde also nicht über 42°C erhitzt) und enthält 50% Protein und nur 11% Fett (im Gegensatz dazu haben Hanfsamen 50% Fett). Pur in Pflanzenmilch schmeckt es nussig, kernig und lässt sich super trinken. Das Besondere an Hanfprotein ist, dass es, obwohl es rein pflanzlich ist, alle essentiellen Aminosäuren enthält und auch das Omega-3 zu Omega-6 Verhältnis mit 1:3 sehr ausgewogen ist. Definitiv ein Protein, das ich öfter in meinen Alltag einbauen werde.



Zu guter Letzt, kam ich noch in den Genuss der PurYa Vegan Protein Drinks. PurYa ist ein von Britta und Timo Lehnert gegründetes junges und innovatives Unternehmen aus Hamburg, das sich durch einen hohen Qualitätsanspruch und echtem Interesse an der Gesundheit der Kunden auszeichnet. Alle Produkte sind in Bio-Qualität, vegan und wenn möglich roh verarbeitet. Und das schmeckt man auch. Neben puren Proteinpulvern, bieten sie gekeimte Samen und "Greens" an. Ganz besonders haben mich jedoch den "Vegan Protein Drinks" interessiert. Sie enthalten 32-38% Protein, 6-10% Fett und 29-43% Kohlenhydrate und sind damit mehr als ein normaler Proteinshake. Vielmehr kann man sie als kleine Zwischenmahlzeit, nach dem Training oder als Zusatz im Müsli oder Smoothie verwenden. Auch hier wurde ein Mix aus verschiedenen Proteinen - nämlich Hanf-, Kürbis-, und Sonnenblumenprotein - verwendet. Statt kalorienfreier (und damit unnatürlicher) Süßungsmittel erhalten sie durch Kokosblütenzucker und Agavenpulver eine natürliche angenehme Süße. Es gibt sie in drei verrückten Sorten:

PurYa Vegan Protein Drink
Kakao-Carob kommt leicht herb daher. Ich finde es perfekt, um es noch selbst mit etwas Ahornsirup und einer tollen Pflanzenmilch (z.B. Mandel- oder Haselnussmilch) abzurunden. Erhitzt mit Milch und etwas extra Kakaopulver entsteht übrigens eine leckere heißt Schokolade. Dieser Drink lässt dir die Freiheit, die man sich bei vielen aromatisierten Proteinshakes wünscht.
Rote Banane-Baobab dagegen macht keine Kompromisse. Die Banane sticht klar und deutlich heraus. Es ist sehr viel süßer und macht sich toll in Pancakes oder Waffeln.
Vanille-Erdbeere riecht und schmeckt wie Ed von Schleck (wer kennt´s noch?) - nämlich wie ein süßes Vanille-Eis. Fans davon kommen also voll auf ihre Kosten. Ich persönlich bin kein so großer Vanille-Fan, aber fand es trotzdem lecker.
Beim ersten Geschmackstest fielen mir kleine knackige Stückchen auf, die mich kurz störten. Aber dann fand ich heraus, dass alle drei Drinks gekeimte Leinsamen und gekeimten Quinoa enthalten und war beruhigt und habe mich daran gewöhnt.

Wenn ihr mich fragt, welche der drei Sorten ich empfehlen würde, wäre die Wahl nicht leicht. Kakao-Carob ist wohl am besten für den täglichen Gebrauch geeignet, da es sehr vielfältig einsetzbar ist. Wer, wie ich, jeden Tag, zu jeder Zeit, Bananen essen könnte, dem sei zu Rote Banane-Baobab geraten.

Mit einem Preis 25€ je 550g ist es auch das teuerste Protein im Test. Doch bin ich überzeugt, dass die Qualität und das Unternehmen an sich absolut jeden Cent wert ist. Ich werde es definitiv nachkaufen. Ihr findet die Produkte bei Denn´sAlles-Vegetarisch und  beim Veganz.



Ich hoffe, mein kleiner Test zu den neusten Proteinpulvern konnte euch bei eurer Wahl weiterhelfen. Falls ihr wissen wollt, wie ich die Proteine lecker verarbeite, schaut doch auch auf meinem Instagram-Account vorbei: @laraundead

Erzählt mir in den Kommentaren gern, welches vegane Protein ihr bevorzugt und ob ihr schon den "heiligen Gral" gefunden habt.

Kommentare:

  1. Hallo Lara,
    danke für den Vergleich, bzw. für Version 2.0 :) Ich traue mich nicht Vegan Blend zu bestellen ehrlich gesagt :D Ichb hatte das geschmacksneutrale Protein davon einmal und ich habe ohne Witz fast gespuckt - jedes mal! Hast du die Schoko-Version mal in nem Shkae mit Banane oder so getestet?
    Liebe Grüße und Danke für den tollen Artikel,
    Timo
    www.vegfitcologne.de

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    1. Huhu Timo,

      ich kann dich total verstehen :D Nach dem neutralen ist es wirklich ne Überwindung nochmal zu bestellen. Aber das Schoko Protein ist wirklich sehr viel besser. Ausspucken muss man es nicht würde ich sagen ;) Aber es ist einfach total künstlich und schmeckt immernoch sehr sandig.. Auch im Shake kann ich es zwar gut trinken aber es ist Gewöhnungssache :-P Zum Glück ist es ja nicht sooo kostspielig also einfach mal probieren würde ich sagen :) Mein Geschmacksfavorit bleibt denke ich das BeGreen Protein :) Aber das neue vegane Protein von Rockanutrition soll auch super sein ;) Liebe Grüße

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